Als private Krankenversicherung werden private Versicherungsunternehmen bezeichnet, die vom staatlichen Sozialversicherungssystem unabhängig operieren. In der privaten Krankenversicherung sind vor allem Personen versichert, die nicht als Arbeitnehmer zur gesetzlichen Krankenversicherung verpflichtet sind, also vor allem Selbstständige, Freiberufler und Beamte.
Personen, die sich privat versichern möchten, müssen beachten, dass private Versicherungsunternehmen Aufnahmekriterien haben: Personen, die bereits unter Krankheiten leiden oder das Risiko haben, bestimmte Krankheiten zu bekommen, müssen höhere Beiträge zahlen oder können ganz abgewiesen werden.
Die Höhe der Beiträge richtet sich ebenfalls nach genau festgelegten Kriterien: Frauen zahlen höhere Beiträge als Männer, da sie statistisch gesehen eine höhere Lebenserwartung haben und zudem ein Krankheitsrisiko aufweisen, das sich von dem der Männer unterscheidet. Ebenso müssen ältere Personen, die eine private Krankenversicherung abschließen möchten, höhere Beiträge zahlen als jüngere Personen. Die Höhe des Beitrages richtet sich auch nach dem Beruf: Wer einen sogenannten Risikoberuf ausübt, muss höhere Beiträge zahlen. Im Gegenzug haben Beamte, die einer privaten Krankenversicherung beitreten möchten, ein Recht auf staatliche Beihilfe.
Es ist zu beachten, dass die Beiträge der privaten Versicherungsunternehmen zur jährlichen Steigerung tendieren: So errechnete das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung eine jährliche Beitragssteigerung von sechs Prozent. Dies ist mit dem medizinischen Fortschritt, der Inflation sowie der Tatsache zu erklären, dass die private Krankenversicherung gewinnorientiert arbeitet.
Die private Krankenversicherung ist somit im Schnitt teurer als die gesetzliche Krankenversicherung. Es ist jedoch zu beachten, dass die höheren Beiträge auch höhere Leistungen mit sich bringen: Personen, die eine private Krankenversicherung abgeschlossen haben, können Kliniken frei wählen, werden durch den Chefarzt betreut, bekommen hochwertigen Zahnersatz und hochwertige Sehhilfen finanziert. Ebenso werden Physiotherapie, Psychotherapie, Massagen, alternative Medikamente und Therapien finanziert. Personen, die in den gesetzlichen Krankenversicherungen versichert sind, bekommen nur Behandlungen finanziert, welche die gesetzlichen Krankenversicherungen als “notwendig” erachten.